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Von Emotionen, Apokalypsen und der Freiheit des Zweifels

Überlegungen zur emotionalen Konstruktion unserer Wirklichkeit und zum Umgang mit schlechten Nachrichten

Es wird immer schlimmer. Der Klimawandel scheint unaufhaltbar, die Welt versinkt im Plastikmüll, und als ob das noch nicht genug wäre, werden wir vom internationalen Terrorismus, Donald Trump und immer wieder auch von einem verrückten Diktator in Nordkorea bedroht. Wenn man die Nachrichten liest, so scheint es, wird es unsere Welt nicht mehr lange geben, und falls doch, dann werden wir wohl der Überbevölkerung zum Opfer fallen. Flüchtlingswellen, Wirtschaftskrisen, Umweltkatastrophen, Kriege, Terrorismus – eine Katastrophe jagt die nächste, wie soll man da noch optimistisch bleiben und sein Leben leben?

In Psychotherapien habe ich es öfters zu Beginn mit Menschen zu tun, die angesichts von verschiedensten Lebensereignissen oder Lebenssituationen und -umständen irgendwie die Fähigkeit verloren zu haben scheinen, einen positiveren Blick auf ihre Welt, auf ihr Leben zu gewinnen. Die Welt erscheint ihnen grau, hoffnungslos, hässlich. Oft ist es dann aber die schöne Erfahrung in der Therapie, dass es jenen Menschen wieder gelingt, andere Sichtweisen zu entwickeln, ihre Lebensumstände zu ändern und insgesamt ihre Welt und sich selbst wieder in einem völlig anderen, positiverem Licht wahrzunehmen, auch wenn die Welt zu Beginn wie verloren aussah. Ich schätze mich glücklich, dass ich als Therapeut an vielen solcher Prozesse teilhaben darf und frage mich, wie und warum ist es möglich, in jene grauen Welten wieder Farben zu bringen? Es gelingt vielen meiner KlientInnen, in diese Welten, in denen es so viel Leid, Frustration und schlechte Erinnerungen gibt wieder andere Farbtöne zu bringen, es gelingt, wieder freudvolle Erfahrungen zu machen und oft auch, selbst die Vergangenheit anders zu erinnern – und das ohne sich vor der eigenen leidvollen Geschichte zu verschließen.

Ich möchte in meinem heutigen Blog versuchen zu zeigen, dass und wie unsere Welt, unser Selbst, unsere Vergangenheit von unseren Stimmungen abhängig ist. Dazu werde ich einen Philosophen und einen Psychiater zitieren und schließlich auf die Freiheit eingehen, die ein solches Denken zu erlaubt. Eine Freiheit zu zweifeln an dem Gesamtbild, das uns täglich medial präsentiert wird.

Martin Heidegger und die ‘Gestimmtheit des Daseins’

Der Philosoph Martin Heidegger sprach schon 1927 davon, dass die Grundbefindlichkeit oder Grundstimmung des Daseins, die Angst sei (vgl. Heidegger 2006, S. 184). Was meinte er damit?

Heidegger spricht bewusst nicht von Menschen oder Subjekten, sondern von Dasein. Mit diesem Begriff weist er darauf hin, dass es nicht hier Menschen und dort die Welt als ‘vorhandene’ Dinge gibt, sondern dass vielmehr die Welt, das Dasein als ‘in-der-Welt-sein’ sich eröffnet.

Das erste ist also nicht ein Subjekt, dass sich auf die vorhandene Welt bezieht, auch nicht eine vorhandene Welt, die ein Subjekt bloß wahrnimmt, sondern dem vorgelagert ist das ‘in-der-Welt-sein’ aus dem sich dann erst in einem nächsten Schritt die beiden Pole Subjekt und Objekt herausarbeiten. Subjekt und Objekt liegen also begründet im ‘in-der-Welt-sein’.

Was wir als unser Ich verstehen und auch was wir als die ‘objektive’ Welt verstehen ist nach Heidegger bereits eine spezielle Form des ‘in-der-Welt-seins’. (Menschliches) Dasein ist so begründet im ‘in-der-Welt-Sein’.

Dieses Dasein ist nun auch nicht einfach nur vorhanden, wie ein Berg oder ein Fluss, sondern es ist als ‘In-der-Welt-sein’ immer schon gestimmtes. Das heißt, die Welt ist gestimmt noch bevor sie überhaupt als objektive Welt vorkommt. Die objektive, rationale Welt ist eine Ableitung des gestimmten ‘In-der-Welt-seins’. Was uns also als Welt erscheint, die so ist wie sie ist, ist deshalb gerade so, weil wir urspünglich irgendwie gestimmt sind.

Nach Heidegger ist diese Grundgestimmtheit die Angst. Ob dies wiederum seinen Grund in der Person Martin Heidegger hatte oder in der Zeit in der er lebte, oder ob dies eine Allgemein-Menschliche Tatsache ist, kann hier nicht beantwortet werden. Entscheidend bleibt aber: Die Welt ist so wie sie ist, weil wir (als ‘in-der-Welt-sein’) irgendwie gestimmt sind.

Diesen Sachverhalt haben auch viele andere Philosophen gesehen. Auch Ludwig Wittgenstein etwa formuliert: ‘Die Welt des Glücklichen ist eine andere als die des Unglücklichen’. (Wittgenstein 1984, S. 83) Mit Heidegger müssten wir hinzufügen: Auch der Glückliche ist natürlich ein Anderer als der Unglückliche. Wir können dies auch täglich selbst beobachten (wenn wir etwa wütend sind, nehmen wir unsere Umwelt verändert war). Es fällt uns leicht anzuerkennen, dass wir die Welt anders wahrnehmen wenn wir gerade einer starken Stimmung ausgesetzt sind.
Was etwas schwieriger anzuerkennen ist, ist, dass wir stets irgendwie gestimmt sind, dass es so etwas wie eine Grundstimmung gibt, die unserer ganzes Weltbild überformt.

Es fällt uns ab einem gewissen Grad schwer uns vorzustellen, dass unsere Welt nicht einfach vorhanden ist so wie sie ist, sondern, dass das etwas mit unserer (Grund-)Befindlichkeit zu tun haben soll.

Luc Ciompi und seine Affektlogik

Der schweizer Psychiater Luc Ciompi hat die Einflüsse unserer Gefühle auf unser Denken auf psychologischer und auch neurobiologischer Ebene beforscht. Er kommt dabei zu einem ähnlichen Ergebnis, wie die genannten Philosophen, nämlich, dass es ein gefühlsfreies Denken gar nicht geben kann, sondern vielmehr unser Denken (und damit unser Bild von der Welt) stets durch unsere Gefühlswelt beeinflusst ist. Auch ein scheinbar abstrakt rationales Denken ist so beeinflusst von einer ganz bestimmten Stimmung in der wir uns befinden.

Er beschreibt dabei verschiedene sogenannte ‘Operatorwirkungen’ der Gefühle (Affekte) auf unser Denken (vgl. Ciompi 2006):

  • Die Affekte sind Energielieferanten für die Gedanken
  • Affekte bestimmen, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken
  • Affekte wirken wie Schleusen oder Pforten, die den Zugang zu bestimmten Gedächtnisspeichern öffnen oder auch schließen.
  • Affekte verbinden verschiedene Gedanken miteinander – und bestimmen welche Gedanken mit welchen verbunden werden
  • Affekte bestimmen die Hierarchie unserer Gedanken, entscheiden also darüber, was uns wichtiger ist als anderes
  • Und schließlich helfen Gefühle dabei, das Chaos unserer Gedanken zu ordnen.

Das heißt also, Gefühle bestimmen letztlich, welche Gedanke zu Denken wir Energie haben, mit was wir uns beschäftigen, an was wir uns erinnern, was uns dabei sonst noch einfällt, welche anderen Gedanken wir damit in Verbindung bringen und was uns wichtig ist.

Das bedeutet nicht, dass was wir wahrnehmen nur Hirngespinste sind, sondern, dass was wir (wie) wahrnehmen schlicht damit zusammenhängt, wie wir uns fühlen.

Der Philosoph und der Psychiater weisen also auf einen ähnlichen Sachverhalt hin: wie unsere Welt ist, hat viel mit uns selbst zu tun. Eine Tatsache, die wir, wenn jemand an einer Depression leidet, geneigt sind anzuerkennen. Wenn wir allerdings auf unsere Welt blicken, kommt uns ein solcher Gedanke absurd vor – dennoch muss gesagt werden, dass die Mechanismen, die in uns arbeiten, wohl bei einem gesunden wie auch bei einem an einer Depression erkrankten Menschen die gleichen sein dürften.

Wenn wir diese Gedanken ernstnehmen – welches Denken über die täglichen (schlechten) Nachrichten wird uns dann möglich? Leiden wir an einer kollektiven Angstsörung? Sind wir wieder, wie Martin Heidegger im Jahre 1927, verfallen in eine Grundstimmung der Angst?

Die Freiheit des Zweifels

Für meine KlientInnen ist oftmals die Vorstellung wichtig und hilfreich, dass es so etwas wie eine ‘Angststörung’ (oder eine andere psychische Erkrankung) gibt. Es kann dann gelingen, manche Gedanken als Machwerk dieser sogenannten ‘Angststörung’ zu erkennen. Das schafft Distanz – Distanz erstmal von jenen Gedanken die ansonsten dastehen wie eine absolute Realität. Man kann sich dann die Frage stellen, wie diese Angststörung so viel Gewicht bekommt, wie schafft sie es die – tatsächlich vorhandenen – Gefahren so zu übertreiben, dass ein normales Leben nicht mehr möglich scheint? Was sind die Tricks der Angststörung, dass sie uns nur mehr die Gefahr, und nicht mehr die Chancen sehen lassen? Und natürlich: welches Erleben ist möglich, wenn die Angstsörung gerade nicht ihre Macht ausübt?

Die Freiheit die mir die obige Sichtweise erlaubt ist so die folgende: Vielleicht ist da zuerst die (gesellschaftliche) Grundstimmung, die dann eine mediale Selektion erlaubt, die angstgesteuert ist und so wird medial ein Bild einer Welt entworfen, die am Abgrund steht. Die Sichtweise erlaubt die Freiheit des Zweifels, dass zwar nicht die Einzelfakten, aber doch das große ganze Bild verzerrt ist, die guten Nachrichten oft nicht bis zu uns durchkommen, die das Bild entzerren würden. Die Selektion jener Nachrichten wird bevorzugt, die unseren Stimmungen entspricht. Deswegen ist das Bild nicht (notwendig) falsch, doch aber unvollständig: Selektion ist immer nur Selektion und immer auch anders möglich.

Es ist mitunter auch der Zweifel, der meinen KlientInnen dabei hilft, die Angstspirale, Depressionspirale zu unterbrechen, auch der Depression, der Angst nicht so viel Glauben zu schenken, wie diese das gerne hätte. – Und ebenso scheint es mir angebracht, bei der – massenmedial vermittelten – Konstruktion unserer Welt, stets den Zweifel im Hintergrund mitlaufen zu lassen, dass auch die mediale Reproduktion der Welt von einer Logik der Emotionalität – und zwar vermutlich gegenwärtig von einer Logik der Angst – gesteuert wird.

Zum Abschluss ließe sich dazu schließlich noch ein Soziologe zitieren: Niklas Luhmann, der sich mit systemischen Reproduktion der Gesellschaft beschäftigt hat, meinte zum Thema:
„Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien [...] Andererseits wissen wir so viel über die Massenmedien, dass wir diesen Quellen nicht trauen können“(Luhmann 2017, S. 9)

Es ist also möglich, Distanz zu schaffen zwischen uns und dem Wissen von der Welt, die am Abgrund steht, indem wir uns bewusst werden über die Konstruktionsweisen dieses Wissens. Ein entscheidender Punkt scheint mir hier die emotionale Konstruktion des Wissens, die sich auch einzelpsychischer wie auch auf massenmedialer Ebene abspielt.

Kurz gesagt: wir können wissen, dass was wir wissen, abhängig davon ist, wie wir dieses Wissen konstruieren – wir können wissen, dass wir niemals eine wirklich wahre Version des Gesamtzustandes unserer Welt wissen können sondern das wir uns immer in unterschiedlichen Wirklichkeiten bewegen, die u.A. emotional (und massenmedial) vermittelt und konstruiert sind.

Das mag auf den ersten Blick wenig tröstlich sein, erlaubt aber doch eine gewisse Freiheit, eine Freiheit, sich mit den Problemen der Welt zu beschäftigen, aber nicht an ihnen zu verzweifeln, sondern zu wissen, dass wir letztlich nicht wissen, was die Einzelkatastrophen für das große Ganze bedeuten, dass eine andere Slektion (von seiten der Massenmedien und von uns selbst) stets möglich ist und vor allem, dass was wir von der Welt erinnern werden, mit der Stimmung zu tun haben wird, in der wir uns erinnern.

Mag. Sebastian Brandl
Psychotherapeut – Systemische Familientherapie
www.psychotherapie-brandl.at

Literatur:

  • Heidegger, Martin: Sein und Zeit; de Gruyter, Tübingen 2006
  • Ciompi, Luc: Die emotionalen Grundlagen des Denkens; Vandenhoeck&Ruprecht, Göttingen 2016
  • Wittgenstein, Ludwig: Tractatus-logico-philosophicus; stw 501; Frankfurt am Main 1984
  • Luhmann, Niklas: Die Realität der Massenmedien; Springer VS, Wiesbaden 2017

Sturzprävention

„Pass auf und fall‘ net!“

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„…mir passiert das nicht!“- ist die oft gehörte Antwort von Personen/ Patienten, wenn man sie auf das Thema Sturzprävention anspricht.

Allein in Österreich wurden im Jahr 2013 etwa 139.000 Stürze von Menschen über 65 registriert- etwa 80% davon führten zu Verletzungen und Krankenhausaufenthalten. Doch Stürze sind nicht nur auf eine bestimmte Altersgruppe bezogen.

Stürze sind Ereignisse, die uns ein Leben lang begleiten. Kinder stürzen beim Erlernen des aufrechten Ganges und wenn sie in neue ungewohnte Situationen kommen, die nicht richtig eingeschätzt werden können. Erwachsene stürzen meist in Situationen, bei denen außen liegende Faktoren eine große Rolle spielen, bei Selbstüberforderung und beim Sport. Ältere Menschen stürzen mit zunehmendem Alter häufiger, dabei geht man davon aus, dass zwischen 30 und 40% aller Menschen über 65 mindestens einmal pro Jahr stürzen. Ein Sturz ist ein Ereignis, das zumeist unvermittelt und plötzlich auftritt und vielfache Folgen auf die Lebensqualität hat. Neben Verletzungen und deren Heilungsprozess muss auch die Angst vor weiteren Stürzen berücksichtigt werden. Durch diese Angst kommt es oft zu selbstgewählter Einschränkung, was sich wiederum negativ auf Kraft und Geschicklichkeit auswirkt. Im Mittelpunkt steht dabei der „Bewegungsschatz“ – die Summe aller in unserem Leben gemachter Bewegungserfahrungen. Der Bewegungsschatz kann nie zu groß werden, daher sollte man ihn lebenslang erweitern und nutzen.

 

1.      Risikofaktoren

Aufgrund der vielen unterschiedlichen potentiellen Situationen, in denen Stürze passieren können, muss man von hundert Risikofaktoren ausgehen. Die wichtigsten Risikofaktoren sind in Tabelle 1 angeführt.

Gut beeinflussbare Risikofaktoren Begrenzt beeinflussbare Risikofaktoren Nicht beeinflussbare Risikofaktoren
Sturzangst Schlechter Gesundheitszustand (Mangelernährung,…) Alter
Gangunsicherheit Multimedikation (mehr als 4 Medikamente) Geschlecht
Einschränkungen in Aktivitäten des täglichen Lebens Hilfsmittelgebrauch Kognitive Einschränkung
Eingeschränkte Muskelkraft Neurologische Erkrankungen (Mb. Parkinson, Mb. Alzheimer,…) Vorangegangene Stürze (in den letzten 12 Monaten)
Eingeschränkte Beweglichkeit Diabetes Vorangegangene Knochenbrüche
Eingeschränktes Gleichgewicht Probleme mit den Beinen/ Füßen (Schmerzzustände, Polyneuropathien) Vorrangegangener Insult
Sehbeeinträchtigungen Blutdruckabfall bei Lagewechsel
Gefahrenquellen der Umgebung im eigenen Haushalt (Beleuchtung, Stolperfallen,…) Gefahrenquellen der Umgebung auswärts (Untergrundbeschaffenheit, Personen, Verkehr,…)
Inaktivität aber auch übermäßig hoher Aktivitätsgrad Allein lebend

Tabelle 1: Sturzrisikofaktoren

Es ist wichtig nicht beeinflussbare Risikofaktoren zu kennen und sich daran anzupassen. Noch wichtiger ist es aber beeinflussbare Risikofaktoren zu erkennen und zu beseitigen. Denn je mehr Risikofaktoren vorhanden sind, umso größer ist das Risiko zu stürzen. Genauso aber gilt: Je weniger Risikofaktoren vorhanden sind, umso sicherer ist man vor Stürzen und Verletzungen!

Es ist wichtig zu betonen, dass ein Sturz kein Schicksal sein muss. Vielmehr ist es möglich und höchst effektiv einem solchen Ereignis vorzubeugen. Sturzprävention kann das Sturz- und Verletzungsrisiko deutlich reduzieren. Bei regelmäßigem Üben und weiteren gezielten Massnahmen kann das Sturzrisiko sogar halbiert werden.

 

2.      Was können Sie unmittelbar tun?

  • Reden Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Medikamente
  • Sehstärke in regelmäßigen Abständen kontrollieren
  • Gezielt körperlich AKTIV bleiben
  • Möglichkeiten zur Wohnraumanpassung finden
  • Einsatz von Hilfsmitteln, die Ihnen den Alltag sicherer machen
  • Wenn möglich, Stresssituationen vermeiden

 

3.      Einschätzung des Sturzrisikos

Da das individuelle Risiko von vielen Faktoren abhängt, ist dieses nicht genau bestimmbar. Es ist aber durchaus möglich eine Schätzung über das Sturzrisiko durchzuführen.

In der Physiotherapie ist es daher zielführend mit einem Risikofragebogen und motorischen Tests zu beginnen. Die Motorischen Tests setzen sich aus einem Krafttest, Stand- Gleichgewichtstest und einem Bewegungs- Gleichgewichtstest zusammen.

 

4.      Trainings-/ Therapieaufbau

Nachdem im Physiocircle Paulapromenade, die Spiraldynamik das Leitkonzept ist, möchte ich Ihnen im folgenden Teil, für das Thema Sturzprävention ausgewählte Übungen näherbringen. Die Übungen werden spiraldynamisch demonstriert. Die Übungen werden in die Bereiche Gleichgewicht und Kraft aufgeteilt.

 

4.1  Bevor Sie beginnen, noch eine kurze Checkliste:

  • Der Übungsplatz: gute Beleuchtung, stabile Haltemöglichkeit (z.B.: ein stabiler Sessel und eine freigeräumte Ecke,  können Halt bei GGW- Verlust bieten), kein Teppich und anfangs ggf. NIE ALLEINE ÜBEN.
  • Die Übungsdauer: Gleichgewichtsübungen: täglich, Wiederholungsanzahl bzw. Pausenzeit entnehmen Sie bitte den einzelnen Übungen.  Kraftübungen: möglichst jeden zweiten Tag, Kraftübungen dürfen sich anstrengend anfühlen. Wiederholungsanzahl bzw. Pausenzeit entnehmen Sie bitte den einzelnen Übungen.
  • Üben Sie NICHT bei Muskelkater der letzten Trainingseinheit, wenn Sie sich unwohl, müde, krank oder schwach fühlen. (z.B.: zu hoher Blutdruck, Schwindel,…)
  • Brechen Sie eine Übungseinheit ab, wenn Ihnen unwohl wird.

 

4.2  Übungen für das Gleichgewicht

Das Gleichgewicht (GGW) ist die am besten trainierbare körperliche Fähigkeit bis ins höchste Alter. Die hohe Trainierbarkeit ruht daher, dass das GGW auf mehreren Faktoren beruht. Diese Faktoren sind:

  • Das Sehen
  • Der Vestibularapparat (= Gleichgewichtsorgan im Innenohr)
  • Die Tiefensensibilität
  • Die Oberflächensensibilität
  • Die Muskelkraft und Beweglichkeit

 

Übung 1

Übung 1

 

Übung 2

Übung 2

 

Übung 3

Übung 3

 

Übung 4

Übung 4

 

Übung 5

Übung 5

 

Übung 6

Übung 6

 

4.3  Übungen für die Kraft

Zur Bewältigung des Alltags ist ausreichend Muskelkraft erforderlich. Gemeinsam mit dem GGW tragen die Beine das Körpergewicht und ermöglichen eine sichere Fortbewegung. Regelmäßiges Krafttraining erleichtert die Bewältigung alltäglicher Situationen. Die Übungen sollten sich anstrengend anfühlen aber nicht überfordern.

 

Übung 1

Übung 1

 

Übung 2

Übung 2

 

Übung 3

Übung 3

 

Übung 4

Übung 4

 

Übung 5

Übung 5

 

Übung 6

Übung 6

 

Übung 7

Übung 7

 

Neben dem Gleichgewicht und der Kraft spielen noch die Selbsteinschätzung, Angst und das Selbstvertrauen eine bedeutende Rolle. Stürze haben nicht nur oftmals Verletzungen zur Folge, sie können sich auch ökonomisch wie emotional auf die betroffene Person aber auch das familiäre Umfeld auswirken.

Unsicheres Gleichgewicht, schwindende Kraft, Beweglichkeitsverschlechterung der Gelenke oder Probleme mit dem Sehvermögen sind nur einige erste Hinweise auf möglich folgende Sturzgeschehnisse. Bereits in diesem Stadium ist es wichtig den Mut zu haben, hinzuschauen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

 

Bei etwaigen Fragen, stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit lieben Grüßen,

Barbara B. Steinwender-Liegl, PT

P.S.: „Pass auf und fall‘ net!“

 

Die Übungskarten sind im PHYSIOCIRCLE PAULAPROMENADE erhältlich.

 

Literaturangaben:

  • Jansenberger, H., 2011: Sturzprävention in Therapie und Training, Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Jansenberger, H.,Mairhofer, J., 2012: Hausaufgaben für sturzgefährdete Patienten, Hofmann Verlag, Schorndorf.
  • Van den Berg, F., Wulf, D. (Hrsg.), 2008: Angewandte Physiologie 6- Alterungsprozesse und das Alter verstehen, Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Karten aus Physiobox Heimprogramm: Mag. Elisabeth Mayr, PT- Physiocircle Paulapromenade
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Au weh – mein Fuß 3

Die Gipsphase:

Fünfeinhalb Wochen Gips ohne Belastung vergehen schnell. Ich habe viel gelesen, mich gut erholt und nun bin ich froh, wieder in die Aktivität zurück zu kehren. Nach dreieinhalb Wochen habe ich mit dem Gipsbein ein Aufbautraining begonnen, da mich mein Muskelzustand ziemlich irritiert hat.  Zur selben Zeit begann ich, durch die kleinen Fenster im Gips meine Narben zu betreuen. Mit Bi-Oil habe ich meine Nähte ausgestrichen und sanft massiert, das hat mir sehr gut getan. Nachts habe ich das Bein immer leicht hochgelagert, dadurch war es am Morgen gut entstaut.

Was kann man mit Gips tun?

Übungsbeginn ca. nach der 3. Woche. Je nach Alter, Geschicklichkeit und Trainingszustand kannst Du einzelne Übungen herausholen . Achtung! Übungen auf der Matten nur durchführen,  wenn ein sicheres Aufstehen möglich ist! Dabei hilft ein Stockerl!

1. Im Sitzen die Wirbelsäule aufrichten und das Bein anheben.

Anzahl: 1- 3 Serien mit 5 -15 Wiederholungen

Variante: Das Bein auch nach außen und nach innen gedreht anheben.

Beachte: Auch wenn das Gipsbein schwer ist, sollte die Wirbelsäule gestreckt bleiben. Im Sekundenrhythmus üben und je nach Trainingszustand mit weniger Wiederholungen beginnen.

Ziel: Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur.

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PS: Der Außenknöchel des linken Beins ist getaped, da die Sehne durch die Überbelastung irritiert ist.

2. In Seitenlage das gestreckte Bein nach oben und hinten anheben und wieder absenken.

Anzahl: 1- 3 Serien mit 5 -15 Wiederholungen

Ziel: Kräftigung der Gesäßmuskulatur und der seitlichen Beinmuskulatur.

Variante: Die Ferse in die Länge schieben, das Bein nach hinten strecken und mit dem oberen Arm nach vorne und unten ziehen. Das Brustbein dreht dabei nach unten.

Beachte: Die beiden Beckenknochen bleiben übereinander. Das Becken ist aufgerichtet, so daß der untere Rücken lang wird. Den Unterbauch einziehen, damit der Rücken stabil bleibt. Die Hüfte ist wirklich gestreckt. (Tipp: Wenn ich nach unten schaue, dann kann ich das Gipsbein nicht sehen!)

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Tipp: Versuche das Bein wirklich in die Länge zu ziehen, denn durch das Gehen mit den Krücken steht das Becken zu hoch! Die Bauchmuskulatur bleibt aktiv! Die Drehung des Oberkörpers wird Dir beim Gehen helfen!

3. In Rückenlage beide Bein nach oben strecken absenken und wieder  anheben.

Anzahl:  1 -3 Serien mit 5 -15 Wiederholungen

Ziel: Kräftigung der inneren Beinmuskulatur mit gleichzeitiger Dehnung.

Beachte: Das Anheben des Kopfes kräftigt auch Deinen Bauch. Versuche ihn, nach innen zu ziehen und den Beckenboden anzuspannen.

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4.  In Rückenlage den Oberkörper schräg nach vorne und oben ziehen.

Anzahl:  1 – 3 Serien mit 8 -15 Wiederholungen

Ziel:  Kräftigung der schrägen Bauchmuskulatur.

Beachte: Ziehe dabei Dein Schambein zum Nabel und den Unterbauch nach innen. Der Kopf wird von den Händen mitgenommen. Langsam  links und rechts üben!

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5.  In Bauchlage das Bein in die Länge ziehen und anheben.

Anzahl: 1 – 3 Serien mit 8 -15 Wiederholungen

Ziel:  Kräftigung der Gesäßmuskulatur

Beachte: Ziehe dabei Dein Schambein zum Nabel und den Unterbauch nach innen, so daß der untere Rücken Länge gewinnt!

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6.  Immer wieder die Zehen bewegen!

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Beachte: Es dürfen keine Schmerzen entstehen!

7.  Für gut Geübte ist der Drehsitz eine gute Vorbereitung für das Gehen.

Beachte: Versuche es nur, wenn Du es vor dem Gips schon getan hast!

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Für das Aufstehen solltest Du entweder Hilfe haben oder ein Stockerl zum Anhalten nehmen!

Tipp: Gut ist es auch, im Sitzen immer wieder das Becken zu schaukeln, zu kippen oder abwechselnd den rechten bzw. den linken Sitzknochen in den Sessel zu drücken. Es tut auch gut, abwechselnd das linke und das rechte Knie nach vorne zu schieben.

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Nur Mut, die Zeit geht schnell vorbei!

 

 

 

 

 

 

 

 

Turnschuhpendeln

Da sich mein Bedürfnis nach mehr Bewegung im Alltag immer mehr meldete und ich schon hin und her überlegte, wie ich diesem mit möglichst wenig zeitlichem und organisatorischem Aufwand bezüglich Familie und Beruf nachkommen könnte, fiel mein Blick beim Blättern in einer Zeitschrift sehr neugierig auf einen Artikel über Turnschuhpendler in London: Verstopfte Straßen und überfüllte öffentliche Verkehrsmittel haben diesen Trend ausgelöst: Nicht mit dem Auto zum Arbeitsplatz fahren, sondern zu Fuß hingehen, sprich turnschuhpendeln!
Mir war sofort klar: JA – genau das ist es: Ich werde auch Turnschuhpendlerin (TSP)!

Noch dazu stellte sich als zusätzliche Motivation der große Schneefall ein und ich steckte mir die Gedanken an prekäre Straßen- und Parkplatzverhältnisse an den Hut bzw. die Sohle. Ausgestattet mit Skihose (am 30.1.2014 bedeckten 70 cm Schnee die Stadt), Moonboots und dem obligaten Rucksack stapfte ich die knappen 3,5 km zur Arbeit. Ich benötigte 45 Minuten und war ab dem ersten Schritt begeistert: So einfach und gleichzeitig so genial – einfach „gehnial“!

Mittlerweile bin ich schon über ein Jahr praktizierende TSP : Dreimal wöchentlich arbeite ich im Physiocircle und bewältige Hin- und Heimweg stetig zu Fuß. Die Zeit in eine Richtung liegt jetzt bei ca. 30 Minuten, was einem sehr flotten Tempo entspricht.

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Was hat sich getan?

Natürlich sind meine Kondition und mein muskulärer Zustand deutlich verbessert. Zusätzlich nutze ich diese Zeit auch für gangspezifische Analysen, Korrekturen und deren Ausführung.
Das heißt, ich beobachte mich selbst beim Gehen, spüre in die unterschiedlichen Körperabschnitte hinein und versuche mein Bestes:

Den Fuß von der Ferse zum Großzehenballen hin abrollen, die Kniescheiben schauen geradeaus.

Schritt nicht zu groß machen und den Boden nach hinten wegschieben. Dadurch wird die aufrichtende Muskulatur an der Körperrückseite aktiviert.

Steißbein und Scheitelpunkt am Kopf bei aufgerichtetem Brustkorb voneinander wegstreben lassen, sodass  die Wirbelsäule aktiv in die Länge gezogen wird. Es werden dadurch vor allem die Bauch- und Beckenbodenmuskulatur angesprochen.

Schultern immer locker lassen und auf ein freies Armpendeln achten. Becken und Schultergürtel rotieren gegengleich um die Wirbelsäule (Kreuzgang).

Gut in den Bauch atmen.

Ja wirklich!: Das alles beachte ich bei meinem Marsch und natürlich ist das eine Berufskrankheit. Und es ist mein tägliches Brot in der Arbeit als Physiotherapeutin: Anatomie und Physiologie zu veranschaulichen und in den Alltag zu integrieren.

Die Wiederholung macht aus jedem einen Meister.

Weitere Vorteile und ein paar beeindruckende Zahlen (ca.- Angaben):

In einem Jahr habe beachtliche 1090 km zurückgelegt
(1 404 000 Schritte)

Ich habe 53 000 kcal verbrannt.

Gespart habe ich entsprechend die Kosten für Benzin und Verschleiß des Autos.

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Hormonell kann ich auch auf so einiges verweisen: Weniger Ausschüttung von Stresshormonen, wozu es unweigerlich im Straßenverkehr und bei der Parkplatzsuche kommt. Ausschüttung von körpereigenen Glückshormonen, wozu es unweigerlich bei Bewegung kommt.

Ein riesengroßes Plus ist der Ausgleichseffekt: Alles, was mich innerlich beschäftigt, löst sich durch das Gehen meist wie von selbst in Luft auf bzw. verhilft das Gehen dem „Geh“irn zu einer grandiosen Strategie, mit Dingen umzugehen: Das Gehen schafft Abstand und die Distanz hievt mich in die Adlerperspektive – und von dort oben schauen die Dinge dann bekanntlich gleich ganz anders aus! So erhält das Gehen auch einen überaus tiefenwirksamen Aspekt! Für die Erhaltung unserer Gesundheit geht es immer um Gleichgewichte und Harmonien, um Homöostase und letztendlich um Entspannung der Strukturen: Seien es Nerven, Bänder, Knochen, Organe oder Muskeln.

Apropos Muskelentspannung: In letzter Zeit habe ich deutlich gespürt, dass ein zu schnelles Gehen bei mir eine Nackenverspannung triggert: Mein Körper zeigt mir, dass ich mich vom Verstand leiten lasse , was zu Stress führt – genau das Gegenteil davon, weshalb ich mit dem TSP begonnen habe. Es geht also auch um Authentizität: Diese nämlich auch oder gerade auch beim Gehen umzusetzen, und so führt mich das TSP geradewegs zu mir selbst; die innere Wahrnehmung wird definitiv präsenter.

Im Sommer wollte ich nicht auf das Fahrrad umsatteln, zu sehr ist mir diese halbe Stunde ans Herz gewachsen. Und ich will außerdem gar nicht schneller sein…

Im Winter ist das Tempo automatisch ein flotteres und ich kann die kalte Jahreszeit für das TSP nur wärmstens empfehlen! Die Temperatur treibt einen gerade im rechten Ausmaß an.

 Sie sehen, ich gerate ins Schwärmen und vielleicht schwappt etwas zu Ihnen über! Vielleicht möchten auch Sie etwas mehr Zeit mit sich selbst verbringen und regelmäßiger Ihre Gelenke schmieren! Vielleicht möchten auch Sie sich  von den Vorteilen des Turnschuhpendelns überzeugen und Körper und Geist trainieren!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine besinnliche Karwoche und Frohe Ostern, auch im Namen des ganzen Physiocircle Teams. Haben Sie einen wunderschönen Frühling!

Kristina Pichler

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Für alle, die das Detail schätzen ;-)

Ferse leise und weich aufsetzen und den Fuß gut zum Großzehenballen hin abrollen, ohne die Fußlängswölbung aufzugeben. Den Schritt nicht zu groß machen (ca. eine Fußlänge zwischen Fußspitze und Ferse ) und das Bein mit der Vorstellung, den Erdball nach hinten zu rollen nach hinten schieben. Dadurch streckt und öffnet sich die Hüfte in der Leiste und wird gedehnt.

Dabei darauf achten, dass das Becken aufgerichtet bleibt, das heißt das Steißbein nach unten und zwischen den Beinen durch nach vorne tendieren zu lassen ( Bauch- und Beckenbodenmuskulatur ). Bauchnabel nach oben innen zur Wirbelsäule ziehen.

Das Knie muss die ganze Zeit nach vorne schauen, es knickt weder nach innen noch nach außen ( X- und O- Bein ).

Die Wirbelsäule lasse ich nach oben wachsen, sodass sich der Brustkorb hebt, das heißt, dass die untere Brustbeinspitze möglichst gut entfernt wird vom Bauchnabel und die Grübchen links und rechts hinter dem Schlüsselbein sowie das Halsgrübchen himmelwärts tendieren bei gleichzeitiger Vorstellung, dass meine Schlüsselbeine streng nach außen voneinander weggezogen werden. Das ganze natürlich bei auf dem Schultergürtel ruhenden Schultern, sprich: Schultern bleiben unten und locker entspannt!!

Der Kopf tut bei soviel Aufrichtung der darunterliegenden Körperabschnitte dann schon meistens das richtige und macht seine physiologischen Minibewegungen bei locker leichtem Zug des Scheitels himmelwärts .

Last but not least lasse ich die Pendelbewegung der Arme möglichst fließend und weit zu, was darauf hinweißt, dass die Wirbelsäule schön um die eigene Achse rotiert mit jeweils diagonalem Hüft- und Schulterpaar vorne bzw. hinten, wobei der Hüftknochen der Standbeinseite nach hinten und unten schiebt.

Der Herbst ist da!

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Mit Ihm zieht jedoch nicht nur eine beeindruckend bunte Landschaft ein, sondern auch das nass-kalte Wetter. Kälte, Wind und Feuchtigkeit haben einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit.

Der Wechsel der Jahreszeiten führt auch in unserem Körper zu Umstellungen. Äußere bioklimatische Faktoren wie Wind und Feuchtigkeit dringen über die Haut ein und verursachen akute Symptome

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Wind betrifft eher die obere Körperhälfte und führt zu Kopf- und/oder Nackenschmerzen, Abneigung gegen Zugluft, Frieren sowie einer verstopften Nase. Im Allgemeinen setzen die Beschwerden plötzlich ein und sind heftig.

Feuchtigkeit führt eher zu Schwellungen und Schmerzen in den Gelenken oder zu Schweregefühl. Wärme hingegen wirkt bessernd.

Kälte kann in Gelenken zu heftigen fixierten Schmerzen – in Kombination mit Wind – zu Frieren, Frösteln bis zu Fieber oder Schmerzen in der Wirbelsäule führen.

Trockenheit: Mit Beginn der Heizperiode wird die Haut meist trocken. Trockene Lippen, Mundtrockenheit, trockener Husten sowie trockene Augen können die Folge sein. Eine Neigung zu schuppigen und trockenen Ekzemen kann in dieser Zeit wieder aufflackern.

Hier ein paar Tipps bzw. Erinnerungen von uns, um leichter durch den Herbst zu kommen:

  • Unterschätzen Sie die kalte Zugluft nicht, auch wenn die Sonnenstrahlen noch kräftig sind. Suchen Sie windgeschützte Bereiche um Sonnen zu baden.
  • Bewegung an der frischen Luft trotz Regen und Wind tut dem Immunsystem gut. Sport und ausgedehnte Spaziergänge regen die Durchblutung an und bringen den Kreislauf in Schwung. Am besten geeignet sind Ausdauersportarten wie Joggen, Nordicwalking oder Radfahren. Eine rege Durchblutung verteilt die Abwehrstoffe gleichmäßig und versetzt das Immunsystem in Alarmbereitschaft.
  • Mehrmals täglich Wohnung lüften. Wer es sich zu Hause gemütlich macht, sollte darauf achten, dass die Räume gut gelüftet sind. Es reicht, dreimal am Tag die Fenster zu öffnen. Am besten lüftet man morgens nach dem Aufstehen, abends, wenn man nach Hause kommt und vor dem Schlafengehen jeweils fünf Minuten.
  • Vitamin- und mineralstoffreich ernähren. Jetzt sollte man besonders darauf achten, sich vitamin- und mineralstoffreich zu ernähren. Es müssen nicht immer Apfel oder Salat sein: Auch Apfel- und Orangensaft, eingelegte Gurken oder gekochtes Gemüse enthalten viele Vitamine. Neben Vitamin C ist Zink ein nützlicher Helfer, um die Abwehrkräfte zu stärken. Daher dürfen auch Rind- und Schweinefleisch, Geflügel, Ei, Milch und Käse auf den Teller kommen.
  • Heimisches Obst und Wintergemüse essen. Heimisches Obst und Wintergemüse ist meist frischer und enthält deshalb noch alle Vitamine. Es gibt jetzt die ganzen Kohlsorten, damit kann man abwechslungsreich kochen, etwa mit Grünkohl, Brokkoli oder Kohlrabi. Neben Äpfeln und Birnen sind im Herbst auch Champignons, Kartoffeln und Steckrüben gut zu bekommen.
  • Viel Wasser oder ungesüßte Tees trinken. Zu einer gesunden Ernährung gehört ausreichend Flüssigkeit. Am besten trinkt man möglichst kalorienfreie Getränke wie Leitungswasser, Mineralwasser oder ungesüßte Tees. Zwischen 1,5 und 2 Litern pro Tag sollten es sein. Vor allem, wenn man viel in Räumen mit trockener Heizungsluft sitzt. So bleiben die Bronchien feucht, und Bakterien werden weggespült. Wer lieber etwas mehr Geschmack im Glas hat, kann sein Wasser mit Fruchtsaft mischen.
  • Ausreichend schlafen. Für die Erholung des Körpers ist ausreichend Schlaf das A und O. Besonders wenn der Körper durch Wind und kaltes Wetter gestresst ist, braucht er ausreichend Erholungsphasen.

Sollten Sie Ihre Beschwerden jedoch selbst nicht in den Griff bekommen, holen Sie sich professionelle Hilfe von Ihrem Therapeuten oder Arzt!

Bitte warten Sie nicht bis Ihre Schmerzen stärker werden, sondern lenken Sie frühzeitig den Weg richtung Wohlbefinden ein.

Wir vom physiocircle Paulapromenade stehen Ihnen dabei gerne mit Rat und Tat beiseite.