Auf der Treppe

Au weh – mein Fuß 2

Nun ist meine Operation 10 Tage her. Ich bin gut wieder zu Hause und beginne, ein langsames Tempo zu leben, was mir zugegebener Maßen gut tut.

Prim. Dr. Orthner bewundert sein Werk.

Prim. Dr. Orthner bewundert sein Werk.

Vor der Operation

Vor der Operation

Die schlimmen ersten Tage postoperativ verschwimmen langsam und ich richte es mir mit Krücken und Rollstuhl, so gut es geht, zu Hause ein. Die ersten Wochen bedeuten Vollentlastung.

Mein gerader Zehen!

Mein gerader Zehen!

Der Fuß ist gestreckt und nach innen gedreht eingegipst, damit die verlagerte und verkürzte Sehne gut anwachsen kann. Der hintere Teil des Fersenbeins wurde gedreht und mit Platten fixiert, damit die Belastung auf die Außenkante verlagert wird. Im Mittelfuß wurde das Gelenk zwischen dem ersten Mittelfußknöchelchen und dem ersten Würfelbein versteift und mit Platten von unten und mit seitlichen Schrauben fixiert. Der erste Mittelfußknochen wurde gedreht und gerade gestellt, so dass die kleinen Sesambeinchen wieder richtig liegen und der große Zehen gerade wird. Die beiden Überbeine wurden abgemeisselt.

Die Metallplatten und Schrauben stabilisieren den neuen Fuß.

Die Metallplatten und Schrauben stabilisieren den neuen Fuß.

Meine Bewunderung an Herrn Prim. Dr. Orthner, denn neben einem unglaublichen mechanischen Verständnis und Geschick bedarf es auch Erfahrung und Mut, so einen Eingriff vorzunehmen.

 

 

Wenn ich das alles so erkläre, werde ich oft gefragt:

War das wirklich notwendig? Diese innere Frage hat mich 7 Jahre gequält. Beim linken Fuß war es aus Schmerzgründen außer Zweifel, der rechte Fuß hatte eine schreckliche Optik, aber ich konnte gut damit umgehen.

Nun – ich habe viele ältere Fußpatienten mit ähnlicher Problematik und es erschüttert mich oft, wie viele Schmerzen hier ausgehalten werden müssen. Diese Operation sollte man machen, solange man noch kräftig und geschickt ist, ansonsten kann ich nur empfehlen, sich für ca. zwei Monate eine häusliche Pflege zu organisieren.

Wie komme ich zurecht?
Mein Haus geht über drei Ebenen. Auf Ebene 2 habe ich einen Rollstuhl. Über die Stufen komme ich mit den Krücken ins Schlafzimmer. Im Bad stehen zwei Plastikstühle, einer in der Dusche und einer vor dem Waschbecken, für die Pflege bereit. Alle Cremen, Kämme, Müllsäcke als Gipsschutz zum Duschen… sind in Reichweite hergerichtet. An gewissen Stellen habe ich Umhängetaschen positioniert, falls ich doch etwas tragen muss. Die Stühle zum Beinhochlagern sind mit Auflagen versorgt, damit das gelbe Desinfektionsmittel keine Flecken macht. Ich liege untertags viel und meine Bücher warten an verschiedenen Stellen. Alte weite Hosen, die ich über den Gips bringe, mit großen Taschen für mein Handy, habe ich zuvor aus den Tiefen des Kleiderkastens geholt.
Da mein Mann beruflich viel reist, muss ich den Alltag auch alleine schaffen, wenn er da ist, werde ich gut verwöhnt. Mittags esse ich immer mit meinen Eltern, die im Erdgeschoß des Hauses wohnen, dafür bin ich sehr dankbar. Liebe Freundinnen und meine Kinder kommen auf Besuch, versorgen mich mit guter Literatur und muntern mich auf.
Die Schmerzmittel konnte ich bereits absetzen, wenn ich ausreichend viel liege, dann ist auch der Gips gut zu ertragen, da das Bein dann abschwillt. Die Zehen bewege ich viel, vor allem den großen Zehen, damit er sich nicht versteift. Zwischendurch mache ich Stretchingübungen, damit ich mich wohlfühle. Einmal am Tag gehe ich ums Haus und inspiziere die schöne Gartenanlage und plaudere mit meinen Maigästen. Meine Kräuter am Balkon habe ich in Hochbeete gepflanzt und ich kann sie mit dem Rollstuhl gut betreuen.

Es geht mir wirklich gut und ich übe mich in Geduld!

Im Rollstuhl auf meiner Terrasse am Magdalenen See

Im Rollstuhl

12 Gedanken zu „Au weh – mein Fuß 2“

  1. Liebe Elisabeth,

    hab gar nicht gewußt, dass du eine Fußop vorhattest. Aber du als kompetente Physikotherapeutin bekommst das sicher wieder super in den Griff! Außerdem ist eine kurze Auszeit vielleicht gar nicht so schlecht, viel Zeilt für sich zu haben!

    Wünsch dir jedenfalls gute Besserung und wenn dir langweilig ist, meld dich einfach!

    alles Liebe

    Angelika

    1. Liebe Angelika!
      ich weiß jetzt nicht, ob ich meine erste Antwort korrekt abgesendet habe. Nun mir geht es täglich besser und ich genieße auch Zeit zu haben. Damals beim 1. Fuß hattest Du Deine Schulter OP – Kannst Du Dich erinnern? Beide meinten wir Schulter bzw. Fuß sei das Schlimmste, diesmal sehe ich es viel gelassener und durch den Rollstuhl habe ich auch meine Arme frei. Wenn Du einmal Lust hast können wir uns gerne zu Mittag im Holiday In treffen. Ich bin zeitlich relativ flexibel. Freue mich von Dir zu hören, Elisabeth

  2. liebe Elisabeth,

    viel kraft und die besten wünsche für deine baldige genesung
    und — so offe ich, bis bald

    reinahrd

  3. Liebe Elisabeth,
    gratuliere zu deinem Mut die OP zu machen und zu deiner Gelassenheit die Regeneration auch zu genießen. Weiterhin viel Kraft und Durchhaltevermögen wünscht Dir
    Christa

    1. Liebe Christa!
      Danke, noch bin ich wirklich gelassen, spannsend wir es in 4 Wochen, wenn der Gips herunter Kommt! Ich hoffe bei Euch läuft es gut- liebe Grüße Elisabeth

  4. Liebe Lissy, es freut mich zu hören, dass es dir gut geht und dass du gut organisiert bist, sowie verwöhnt und umsorgt wirst! Ich komme dich in der nächsten Woche besuchen und freue mich schon auf einen Tratsch mit dir! Dickes Bussi !

  5. Liebe Elisabeth,
    durch eigene Erfahrung können wir leichter und besser unseren Klienten weiterhelfen :-D
    Ein spiraldynamisches Toi-toi-toi und ein guten Beinachsentraining, sowie Dehnung der Iliopsoas wünscht dir Amanda aus Klagenfurt.

      1. Liebe Elisabeth, nein, ich fahre nicht nach Horn. Was mich interessiert, ist die Vorstellung von den neuen diagonalen Konzept, ist mir aber zu teuer ( 3 Tage = 800€ + diverse Kosten und fahrt nach Zürich…) und zu weit zu fahren.
        Wenn du keinen für die Fuß-mobilisation hast, kannst du zu mir kommen… :-D
        GLG

  6. Nun, auch mir steht eine Hallux Op bevor. Ich werde mich um einen Termin bei Prim.Dr.Orthner bemühen.
    Bin immer eine begeisterte Bergsteigerin gewesen…. nun- nach einer kleineren Tour- da glänzt der “Knochen” mehr als mein Gesicht….. und schmerzt. Auch kleinere Spaziergänge führen zu Krämpfen in der Fuß Muskulatur. Ich glaube , das lange Hinausschieben ist nicht das Wahre.
    Ihnen weiterhin guten Heilerfolg ! Sie schreiben so lieb über Ihre Schmerzen, meinen Respekt!.
    mit lieben Grüßen- Gudrun P.- die begeistert ist – von Eurem Angebot und Behandlung.

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